Die Auflösung von Dogmen in der Wissenschaft
Die Tatsache, dass die (Schul-) “Wissenschaft” dogmatisch geworden ist, kann man als interessierter Mensch mit gesunder Perspektive heute nicht mehr übersehen. Doch es scheint sich etwas zu tun, denn bei der Frage: “Was ist Leben?” werden manche Biologen inzwischen weitsichtiger. Ja, mutige Stimmen trauen sich sicherlich bald zu behaupten, dass die Forschung langsam beginnt ihre Augen zu öffnen und wieder zur Wissenschaft wird, ich traue mich das noch nicht.
Doch fangen wir einmal beim Status Quo an:
Bei der Suche nach außerirdischen Lebensformen ging man bis dato davon aus, dass Leben, sollte es wider Erwarten der ideologisch belasteten Annahme der meisten Forscher tatsächlich auf anderen Planeten stattfinden, sicherlich so sein müsse, wie das hiesige. Wissenschaftlich ist dies nicht. Schon doppelt nicht, wenn die äußerste anerkannte Abweichung eine auf Silicium basierende Biologie sein soll. Dies aber nur, weil sie vergleichbar funktionieren würde. Würde man eine “Suche nach vergleichbaren Lebensformen” betreiben, wären diese Annahmen berechtigt, doch sie sind selbstverständlich völlig daneben bei der generellen “Suche nach außerirdischem Leben”. Das ist unseren offen wissenschaftlich denkenden Zeitgenossen glücklicherweise klar.
Auch das SETI-Projekt wird von ernsthaft an der Frage “Gibt es Leben außerhalb der Erde?” Interessierten oft nur belächelt. SETI sucht in der schmalen Bandbreite von Mikrowellen, die am wenigsten durch Rauschen gestört ist, nach Funksignalen außerirdischer Intelligenz. Es ist also mehr ein Lauschzentrale die nicht zuhört, als eine vernünftige Forschungseinrichtung. Dazu setzt SETI voraus, dass extraterrestrische Intelligenzen elektromagnetische Wellen nutzen um quer durch’s All zu kommunizieren. Diese Annahme basiert auf unserer Technik, nicht aber auf der einer möglicherweise Millionen von Jahren weiter entwickelten Zivilisation. Wenigstens ist sie teuer genug um als “Beweis” für die unbeweisbare Aussage es gäbe kein Leben auf anderen Planeten herzuhalten …
Der Beginn des Endes der Dogmatik:
Durch zwei knapp aufeinander folgende Publikationen, die auf grenzwissenschaft-aktuell.de veröffentlicht wurden, wurde ich auf die Thematik aufmerksam. Beginnen möchte ich gleich mit einem Zitat vor dort:
Seit erst kürzlich sogar der Präsident der ehrwürdigen britischen “Royal Society”, Lord Martin Rees, geäußert hatte, dass es “im All auch Leben und Intelligenz in Formen geben [könnte], wie wir sie uns überhaupt nicht vorstellen können. Genau wie ein Schimpanse kein Verständnis für die Quantentheorie entwickeln kann, könnte es Aspekte der Realität geben, die jenseits unserer geistigen Wahrnehmungsfähigkeit liegen”, sind derartige Theorien, wie sie zuvor lediglich von oft von der Schulwissenschaft belächelten Visionären geäußert wurden, plötzlich auch unter Mainstream-Wissenschaftlern hoffähig. (Quelle 1, s.u.)

Sonny, der eine andere Roboter. Film: iRobot
Als Ersatz zu unserem Verständnis von Leben, soweit es für uns fassbar ist, gibt es nun auch von einem Biologen namens Gerard Jagers op Akkerhuis eine interessante neue Theorie. In seiner Doktorarbeit nimmt er den Ansatz anstatt wie bisher Dinge mit Stoffwechsel und der Fähigkeit zur Reproduktion etc. als lebendig zu bezeichnen, nach der Fähigkeit zur Selbstorganisation zu gehen. Grob vereinfacht definiert er auf dem Streben nach Organisation basierte, intelligente Organisationen mit einer Selbstwahrnehmung als lebendig. Lebendig ist demnach ein Operator der durch seine Fähigkeit zur Selbstorganisation als solcher bezeichnet wird. Dieser Ansatz löst einige Probleme, denn nach der herkömmlichen Definition gibt es keinen korrekten Weg den Lebenszustand eines “lebendigen”, jedoch tiefgefrorenen und somit vollständig inaktiven Bakteriums zu beschreiben. Andererseits würde hierdurch das “töten” eines Roboters möglich und somit strafbar. Sicherlich sind diese zwei nun aufgekommenen Äußerungen zur Frage: “Was ist Leben?” nur der Anfang einer spannenden Reise, die wir im Laufe der kommenden Jahrzehnte erleben dürfen.
Die Original Beiträge auf grenzwissenschaft-aktuell.de finden Sie hier: