Der Krieg ohne Schüsse.
Wundert es Sie auch, dass der Ölpreis von über 140,- USD pro Barrel im Jahr 2008 über ein Tief von unter 40,- USD pro Barrel auf heute noch unter 80,- USD pro Barrel fiel?1 Mich hat es gewundert, bis gerade eben. Was ich erfuhr möchte ich Ihnen hier zusammenfassen.
Grundsätzliches. Das Fördern von Öl, sowie das Erschließen neuer Ölreserven kostet Geld. Sehr viel Geld. Soviel, dass heut zu Tage bei einem Ölpreis von unter 80,- USD manche Öl fördernden Staaten in die roten Zahlen geraten und so manch eine Exploration gestrichen werden muss. Diese beiden Faktoren haben hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen im Verbrauchermarkt eine vielfach potenzierende Wirkung auf einander.
Die roten Zahlen. Gleich vorweg: Da mir keine schriftlichen Dokumente vorliegen weise ich hiermit darauf hin, dass ich die Korrektheit der folgenden Zeilen mit den mir zur Verfügung stehenden, allgemein anerkannten Mitteln nicht nachweisen kann. Deshalb werde ich dies auch nicht tun. Ich garantiere nicht für deren Korrektheit, das Zitieren der Aussagen/Inhalte ist demnach rechtlich gegenstandslos.
Eine Reihe  von Staaten, darunter der Iran und Russland, verdienen am Export von Öl nur dann, wenn das Barrel mehr als 60,- bis 90,- USD kostet. Konkret machen derzeit einige Staaten ein Negativgeschäft beim Export von Öl. Auch westliche Firmen haben mit dem Preis zu kämpfen. Begründen lässt sich dies durch die immer steigenden Förderkosten immer schwerer zu erschließender Ölvorkommen. Beispielsweise kostet angeblich die Förderung mancher Vorkommen in Kanada inkl. Explorationskosten etc. ca. 80,- USD. Die Kosten in Sibirien sind weniger transparent, wahrscheinlich jedoch vergleichbar.
Gerade Staaten deren Wirtschaft maßgeblich vom Öl abhängt, wünschen ihr Öl nicht mehr in USD zu handeln, um den Preis unabhängiger gestalten zu können. Vorschläge hierzu fallen auf den Euro und den Rubel. Der Zusammenbruch der weltweit akzeptierten Papierwährung “U.S. Dollar” wäre die unumgängliche Folge. Darum haben die U.S.A. und andere vom USD stark beeinflusste Staaten wie Israel ein großes Interesse daran, das Öl als letzte Sicherung für den USD möglichst lange zu halten. Faktisch hat der USD keinen materiellen Wert mehr (außer den seines Papiers und seiner Druckfarbe).
Wie wird dieses Interesse (Stabilisierung des USD) durchgesetzt? Der Preis der Ressource wird künstlich gedämpft. So entstehen gigantische Haushaltslöcher in unter anderem den mit dem oben angesprochenen Währungswechsel “drohenden” Staaten. Es ist eine Frage der Zeit, bis die eine oder die andere Seite unter der aktuellen Finanzlast zusammenbricht. Eine Kraftprobe demnach, die einen bewaffneten Konflikt, wie er im Iran zu erwarten gewesen wäre, unwahrscheinlich macht, auch wenn das kurzfristig betrachtet profitabler wäre.
Es findet ein unbewaffneter Konflikt statt, ein “Wirtschaftskrieg” sozusagen.

Wer hat hier den Finger drauf?
Die ausfallende Exploration neuer Ölfeder. Werden wir wieder etwas bodenständiger, die Behauptungen hier muss niemand beweisen, sie sind selbsterklärend.
Mangels finanzieller Mittel werden derzeit verringert neue Ölfelder erschlossen. Zeitgleich wächst jedoch der Verbrauch von Gas und Öl in den aufstrebenden Staaten China und Indien rapide an. Anzunehmen ist, dass wir die Folgen der ausfallenden Exploration neuer Ölreserven in drei bis vier Jahren zu spüren bekommen könnten.
Schlussendlich wird eine Ölknappheit bisher ungesehenen Ausmaßes auf uns zukommen, die zu einer Preissteigerung ins unermessliche Führen kann. Schön ausgedrückt: Es würde zu einer Hyper-Deflation des Petro-Dollars, also dem Öl-Wert pro Barrel kommen. Die 140,- USD per Barrel aus 2008 sehen da blass aus.
Dieser Mangel kann, und das ist spekulativ, in den aufstrebenden Staaten im Osten und Süden zu einer Stagnation führen. In den westlichen Staaten würde die für uns selbstverständliche Mobilität mit Auto, Bahn, Bus und Flugzeugen gefährdet, die Stromversorgung unsicher. Die Öltanks im Keller blieben leer und auch die Gasheizung würde wahrscheinlich ausfallen. Diese Öl-Knappheit birgt somit auch große humanitäre Gefahren.
Quellen:
1) Ölpreis bei finanzen.net
2) Nexworld.TV: Wer diktiert den Ölpreis? (Quelle hier klicken.)
Am 20. April 2010 schrieb ich einen Beitrag “